Alles KI – oder was?

Ein paar Stichworte eingeben, kurz auf „Enter“ drücken – und fertig ist das Marketing? Wer schon einmal selbst mit KI gearbeitet hat, weiß: Ganz so einfach ist es nicht. Warum künstliche Intelligenz zwar vieles erleichtert, professionelles Unternehmensmarketing aber längst nicht ersetzt, darüber spricht Birgit Woitke im Interview und erklärt, warum KI zwar ein leistungsstarkes Werkzeug ist, Strategie, Kreativität und echte Markenführung jedoch nach wie vor Menschen brauchen.

Künstliche Intelligenz ist inzwischen überall präsent. Texte, Bilder, Videos, Kampagnen – vieles scheint heute auf Knopfdruck möglich zu sein. Braucht es da überhaupt noch Marketingagenturen?

Diese Frage hören wir tatsächlich sehr häufig. Und die kurze Antwort lautet: Ja. Mehr denn je. KI ist ein unglaublich leistungsfähiges Werkzeug. Sie kann Prozesse beschleunigen, Ideen liefern und Routineaufgaben übernehmen. Aber Marketing besteht eben nicht nur aus Content-Produktion. Erfolgreiches Marketing beginnt nach unserem Verständnis immer erst mit einer klaren Strategie, einem tiefen Verständnis für das Unternehmen selbst, deren Zielgruppen und den unternehmerischen Zielen, die erreicht werden sollen. Genau dort liegt die Stärke einer Agentur.

Viele Unternehmen denken allerdings, sie könnten mit KI heute erhebliche Kosten sparen.

Das scheint in der Tat erstmal so – zumindest auf den ersten Blick. Wer jedoch ausschließlich auf KI setzt, spart häufig an der falschen Stelle. KI liefert Ergebnisse auf Basis vorhandener Daten und Annahmen. Sie kennt aber weder die individuellen Ziele eines Unternehmens noch dessen Marktposition oder Unternehmenskultur. Ohne strategische Einordnung entstehen schnell austauschbare Inhalte, die zwar gut klingen, aber keine Wirkung entfalten. Marketing wird auf diese Weise unglaublich beliebig.

Bedeutet das, KI ist doch Konkurrenz? Oder eher Unterstützung?

Für uns ganz klar Unterstützung. Wir bei K2G nutzen KI selbstverständlich selbst – und zwar intensiv. Aber wir setzen sie bewusst dort ein, wo sie echte Mehrwerte schafft. Sie hilft uns beispielsweise bei der Recherche, bei ersten Textentwürfen oder bei der Bildbearbeitung. Die eigentliche Konzeption, die kreative Ausarbeitung, die Qualitätssicherung und die strategische Steuerung bleiben jedoch in menschlicher Hand. Genau diese Kombination ist das, was Profis liefern können.

Was unterscheidet denn eine professionelle Agentur konkret von jemandem, der sich mit KI selbst Marketingmaterial erstellt?

Der entscheidende Unterschied ist der Blick von außen. Und die Erfahrung. Als Agentur können wir das Unternehmen ganzheitlich von außen betrachten und Fragen stellen, die eine KI gar nicht stellen kann. Welche Ziele verfolgt das Unternehmen? Welche Zielgruppen sollen wirklich erreicht werden? Zu welchen Werten bekennt sich das Unternehmen? Welche Marketingkanäle sind sinnvoll? Wie passt das alles zur bestehenden Marke? Und sollte die Marke möglicherweise relauncht, also modernisiert werden? Erst wenn diese und weitere Fragen dieser Art beantwortet sind, entstehen Maßnahmen, die nachhaltig funktionieren.

Also geht es um deutlich mehr als schöne Texte und Bilder?

Absolut. Und das ist das immer wiederkehrende Mißverständnis: Marketing ist eben nicht nur mal eben schöne Bilder und ein paar Texte. Oder irgendein Logo, durch eine KI erstellt. Marketing soll Vertrauen schaffen, Marken aufbauen, um damit letztlich Kunden zu gewinnen – und damit betriebswirtschaftliche Ziele erreichen. Denn am Ende soll das Unternehmen ja erfolgreich sein. Und dafür braucht es ein stimmiges Gesamtkonzept. Ein einzelner KI-generierter Social-Media-Post oder eine hübsche Grafik ersetzen keine Markenstrategie. Gerade in Zeiten, in denen nahezu jeder ähnliche Tools nutzen kann, wird die eigene Authentizität zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil.

Manche sagen, KI mache kreatives Arbeiten überflüssig.

Denke ich nicht. KI kann ja immer nur Vorschläge liefern – und das ja auch nur nach einem Prompt. Kreativität entsteht aber durch Menschen. Und ob eine Idee gut ist, kann nur sagen, wer erfahren  und empathisch ist und manchmal auch den Mut hat, neue Wege zu gehen. Das kann keine Software ersetzen. Im Gegenteil: Weil KI immer wieder nur Standardlösungen produziert, werden echte kreative Konzepte künftig noch wertvoller.

Welche Rolle spielt dabei die Zusammenarbeit mit den Kunden?

Die war schon immer entscheidend. Erfolgreiches Marketing entsteht für uns immer im Dialog. Wir fragen ganz viel, hören zu, hinterfragen wieder und wieder, entwickeln gemeinsam Ideen und begleiten unsere Kunden langfristig. Dieses partnerschaftliche Arbeiten kann keine KI übernehmen. Vertrauen, Erfahrung und persönliche Kommunikation bleiben für uns die entscheidenden Erfolgsfaktoren. Auch in der Zukunft, wenn immer mehr KI-Anwendungen den Markt fluten werden.

Wenn Sie den Blick in die Zukunft richten – wie verändert KI die Marketingbranche?

Ich denke, die Arbeit im Marketing wird effizienter und schneller werden. Viele Prozesse werden automatisiert, und das ist grundsätzlich positiv. Gleichzeitig steigen aber auch die Anforderungen an eine erfolgreiche Marketing-Strategie, die Erwartungen an die Qualität der Ergebnisse und an die Differenzierung zum jeweiligen Mitbewerber. Wer lediglich KI-Inhalte produziert, wird austauschbar. Wer dagegen Marken entwickelt, Positionierungen schärft und Unternehmen strategisch begleitet, wird auf Dauer erfolgreicher sein.

Ihr Fazit in einem Satz?

KI ist ein leistungsstarkes Werkzeug – den entscheidenden Unterschied macht aber immer noch der Mensch, der weiß, wann, warum und wie dieses Werkzeug sinnvoll eingesetzt werden kann. Genau deshalb bleibt eine erfahrene Agentur wie die K2G auch in Zukunft ein im Grunde unverzichtbarer Partner für professionelles und erfolgreiches Unternehmensmarketing.

 

Zitat: „KI liefert Antworten. Die richtigen Fragen stellt immer noch der Mensch.“