Eine Aufgabe, um die sich regelmäßig gekümmert werden sollte.
Als Betriebsinhaber:in oder Führungskraft im Maler- und Lackiererhandwerk kennen Sie das vermutlich nur zu gut: Es wird immer schwieriger, qualifizierte Fachkräfte zu finden. Ausbildungsplätze bleiben unbesetzt. Bewerbungen gehen kaum ein. Und wenn doch jemand anfängt, ist die Enttäuschung manchmal auf beiden Seiten groß – oder die neuen Mitarbeitenden sind schneller wieder weg, als Ihnen lieb ist.
Die entscheidende Frage lautet dann: Was tun Sie eigentlich konkret dafür, als attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen zu werden?
Reicht es heute noch, ein Schild mit „Wir suchen Verstärkung“ ans Gerüst zu hängen oder einen Aufkleber auf den Firmenwagen zu kleben? Die ehrliche Antwort: nein. In Zeiten von Fachkräftemangel, Social Media und Bewertungsportalen wie Kununu oder Google braucht es mehr.
Und genau hier beginnt das Thema Employer Branding – der Aufbau einer starken Arbeitgebermarke.

Was bedeutet Employer Branding im Handwerk?
Employer Branding heißt nichts anderes, als das eigene Unternehmen bewusst als attraktiven Arbeitgeber zu positionieren – mit klarer Haltung, klaren Werten und einem klaren Profil. Wikipedia definiert Employer Branding als strategische Maßnahme, bei der Marketingkonzepte genutzt werden, um ein Unternehmen als attraktiven Arbeitgeber darzustellen und sich positiv vom Wettbewerb abzuheben.
Für Maler- und Lackierbetriebe bedeutet das konkret:
Nicht nur um Kunden werben – sondern auch um Mitarbeitende. Denn gute Fachkräfte suchen sich heute ihren Arbeitgeber aus. Und sie fragen sich:
- Wie ist das Betriebsklima?
- Wie modern ist die Ausstattung?
- Gibt es Weiterbildungsmöglichkeiten?
- Wie wird geführt?
- Passt das Team zu mir?
- Wird meine Leistung wertgeschätzt?
Arbeitgebermarke statt Zufallsimage
Viele Betriebe haben durchaus Stärken – sie kommunizieren sie nur nicht. Vielleicht sind Sie ein:
- Familienbetrieb mit echtem Teamgeist
- Innovativer Betrieb mit modernen Techniken
- Spezialist für hochwertige Gestaltung
- Betrieb mit klar geregelten Arbeitszeiten und fairer Bezahlung
- Ausbildungsbetrieb mit persönlicher Betreuung
Doch wissen potenzielle Bewerber:innen das auch?
Eine starke Arbeitgebermarke entsteht nicht zufällig. Sie basiert auf:
- Klar definierten Werten (z. B. Verlässlichkeit, Qualität, Teamarbeit, Entwicklung)
- Einem Leitbild, das diese Werte greifbar macht
- Einer klaren Arbeitgeber-Botschaft
- Einer durchdachten Kommunikationsstrategie
Employer Branding ist daher keine kurzfristige Recruiting-Kampagne, sondern eine strategische Marketingaufgabe.
Gehört dazu: moderner Auftritt
Im Zuge einer professionellen Positionierung kann es notwendig sein, den Außenauftritt zu überprüfen:
- Ist das Logo noch zeitgemäß?
- Wirkt die Website modern und mobilfähig?
- Sind echte Mitarbeitende sichtbar oder nur Stockfotos?
- Passen Bildsprache und Tonalität zur Zielgruppe?
- Ist das Firmengebäude ein Aushängeschild oder eher abschreckend?
Inzwischen informieren sich nicht nur junge Menschen online. Eine veraltete Website oder gar keine Präsenz in sozialen Medien kann schnell als Zeichen mangelnder Professionalität gewertet werden.
Das bedeutet nicht, dass jeder Malerbetrieb einen TikTok-Kanal braucht. Aber:
- Eine gepflegte Website ist Pflicht.
- Google-Bewertungen sollten im Blick behalten werden.
- Social Media kann – richtig genutzt – Einblicke ins Team und in spannende Projekte geben.
- Auch Printmaterialien wie Ausbildungsflyer oder Imagebroschüren haben weiterhin ihren Platz – digital als PDF oder klassisch im Beratungsgespräch.
Entscheidend ist, dass alles zusammenpasst und ein stimmiges Bild vermittelt.
Zielgruppe klar definieren
Employer Branding funktioniert nur, wenn klar ist, wen Sie erreichen möchten:
- Schulabgänger:innen für die Ausbildung?
- Erfahrene Gesell:innen?
- Meister:innen oder Vorarbeiter:innen?
- Quereinsteiger mit handwerklichem Geschick?
Jede Zielgruppe kommuniziert anders, informiert sich anders und hat andere Erwartungen. Einen 16-jährigen potenziellen Azubi erreicht man anders als einen 35-jährigen erfahrenen Facharbeiter. Deshalb gilt: Keine Standardlösung von der Stange – sondern eine individuell entwickelte Strategie.
Employer Branding beginnt innen
Eine starke Arbeitgebermarke ist im besten Fall kein Werbeversprechen ohne Substanz. Und sie entsteht immer von innen nach außen. Wenn Sie nach außen „familiäres Team“ kommunizieren, intern aber ein rauer Ton herrscht, fällt das schnell auf – spätestens bei der ersten Bewertung im Internet.
Employer Branding beginnt daher im Betrieb:
- Wie ist die Führungskultur?
- Gibt es klare Strukturen?
- Werden Leistungen anerkannt?
- Ist die Baustellenorganisation professionell?
- Sind Maschinen, Fahrzeuge und Arbeitskleidung modern?
Und warum ist Employer Branding wie Zähneputzen?
Weil ein professioneller Arbeitgeberauftritt heute keine Kür mehr ist, sondern Pflicht. Eine Aufgabe, um die sich regelmäßig gekümmert werden sollte. Und eine, die über die Zeit spürbar positive Ergebnisse zeigt.
Wer sich dagegen nicht kümmert, läuft Gefahr, als Arbeitgeber schnell unattraktiv zu wirken – selbst wenn das Unternehmen fachlich hervorragend arbeitet und seit Jahren am Markt etabliert ist.
Noch eine Empfehlung: Überlegen Sie sich, für Ihre Markenbildung einen Marketing-Profi an die Seite zu holen. Denn der hat – wie Sie – sein Handwerk gelernt und weiß, wie er Ihr Unternehmen am erfolgreichsten als Marke stark machen kann. Wir bieten unseren Kunden zu diesem Thema ein erstes kostenfreies Beratungsgespräch an, in dessen Verlauf wir gemeinsam analysieren, wie stark die jeweilige Marke ist. Und wie sie sich dafür eignet, gesetzte betriebswirtschaftliche Ziele zu erreichen – wie zum Beispiel neue Mitarbeiter zu finden.
Gerade im Maler- und Lackiererhandwerk, wo qualifizierte Fachkräfte rar sind, entscheidet ein klar positionierter, moderner und glaubwürdiger Arbeitgeberauftritt oft darüber, ob sich jemand bewirbt – oder eben beim Wettbewerber anklopft.







